Feuerwehr Büsum 125 Jahre - Feuerwehr Büsum

Suche
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Feuerwehr Büsum 125 Jahre

Über uns

PDF - Ansicht des 125 Jahr Heftes

Die Freiwillige Feuerwehr Büsum blickte im Jahr 2009 auf ihr 125 jähriges Bestehen zurück.

Das Nordseeheilbad Büsum hat knapp 5.000 Einwohner. Im Kreis Dithmarschen ist es der mit rund 16.000 Gästebetten und 2.300 Eigentumswohnungen zu den größten zählende Kurort in Schleswig–Holstein. Viele Tagesgäste nutzen den Ort als Ausflugsziel zum Einkaufen, Baden und Spazierengehen am Meer oder als Sprungbrett mit der kürzesten Helgolandverbindung per Fahrgastschiff.Einen der wichtigsten tideunabhängigen Landeshäfen an der Deutschen Nordseeküste findet man hier, wo auch die international bekannten „Büsumer Nordseekrabben“ und Frischfisch angelandet werden. In den letzten Jahren ist es zu Neuansiedlungen von Fischgroßhändler gekommen, und Büsum dient darum häufig als Einlaufhafen. Auch ein Seglerhafen und NATO-Verladerampe sind dem Hafenbereich angeschlossen. Aber auch im Ortsgebiet herrscht eine ständige bauliche Weiterentwicklung. Dies alles, bedeutet viel Arbeit und Aufgaben für die fast sechzig Mann und Frau starke Wehr. Im Durchschnitt werden120 Einsätze im Jahr gefahren.Bevor es zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Büsum kam, hat es schon lange Einrichtungen zur Brandbekämpfung gegeben. So wurde bereits im Jahre 1462 die Büsumer Brandgilde gegründet, ein Vorläufer der heutigen Feuerversicherungen. Erst im Jahre 1865 wurde das Existieren einer Feuerwehr-Handspritze sowie Löscheimern und Brandhaken erwähnt. Aus dem Jahre 1866 ist überliefert, dass für die Gestellung eines Gespanns zur Beförderung der Feuerspritze bei Tag 5 Taler und nachts 7 Taler und 8 Schilling vergütet wurden. Im Gründungsprotokoll, das noch im Original vorhanden ist, heißt es, dass auf Veranlassung der Obervollmacht Johann und des Brandkommissars G. Johannsen sich mehrere Büsumer Bürger zusammentaten, um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Die Statuten für die Freiwillige Feuerwehr Büsum wurden am 3. Dezember 1884 verabschiedet.Die Schlagkraft der Büsumer Feuerwehr konnte seitdem stets verbessert werden. Auch die Unterbringung in einem angemessenen Gerätehaus mit mehrmaligem Neu-, Um-, oder Anbau wurde seit der Gründung vor 125 Jahren immer wieder vollzogen. So bietet das 1989 neu gebaute Büsumer Feuerwehrgerätehaus heute Stellplätze für fünf Fahrzeuge und fünf Anhänger.Im Untergeschoss ist eine Werkbank für kleine Reparaturen, Pumpenprüfstand, Waschhalle und Atemschutzwerkstatt untergebracht. Diese AT-Werkstatt besteht seit 2002. Der Prüfkopf für die Atemschutzmasken ist erst 2006 beschafft worden. Vorher musste man stets zur Kreisfeuerwehrzentrale nach St. Michel fahren. Im Obergeschoss des Hauses gibt es eine Kleiderkammer, Büroräume, sanitäre Anlagen, eine Küche sowie einen großen Schulungsraum.Alle Fahrzeuge und Gerätschaften sind heute auf dem neuesten Stand der Technik. Der große Traum eines Hubrettungsfahrzeuges konnte allerdings durch die Gemeinde bisher nicht realisiert werden. So besteht der Fahrzeugpark heute aus einem ELW 1, MZF, LF 16/12, LF8/6, GW-N und Anhängern wie Mehrzweckboot, Ölwehrcontainer, P-250 Pulveranhänger, Anhängeleiter AL 16-4 und  Pritschenanhänger.Mehrere Gerätschaften zur Bekämpfung von Öl-Unfällen auf Gewässern sind Anfang der 80‘er Jahre vom Land Schleswig-Holstein beschafft worden.Sie sind im ganzen Land dezentral stationiert, um ein schnelles Eingreifen im Ernstfall zu gewährleisten. In Büsum verfügt man über einen Ölschaden-Container mit fünf Ölsperren, Absaugpumpe, Auffangwannen, vielerlei Zubehör und einem Mehrzweckboot, das zum Auslegen der Ölsperren benötigt wird. Dieses Boot wurde Ende 2006 durch ein neues, leistungsstärkeres ersetzt, der „Florentine“. Das Mehrzweckboot „Florentine“ dient auch der Rettung von Menschen oder Tieren im Hafen oder im nahen Küstenbereich vor Büsum.Die Wasser- und Eisrettung spielte für die Büsumer Feuerwehr schon immer eine große Rolle. In der Vergangenheit sind hin und wieder mal Fahrzeuge oder Personen unfreiwillig im Hafen gelandet, die gerettet und geborgen werden mussten. Auch das Wattenmeer birgt einige Überraschungen, die zu Einsätzen führen. Meist sind es Gäste gewesen, die im weichen Watt so eingesackt sind, dass sie schnell an die Grenzen ihrer Kräfte kamen und Hilfe benötigten. Einige Erfindungen wurden gemacht, um zum Beispiel mit einer Spüllanze und Wasserdruck, eine Person wieder frei zu bekommen. In kleinerer Variante gibt es eine Spüllanze als Zubehör für die Kübelspritze. Ende der 90‘er Jahre beschaffte man eine Schleifkorbtrage, um Personen über weitere Strecken durch das Watt transportieren zu können, ohne sie tragen zu müssen. Ab 2008 wurde das Problem des Freispülens neu aufgegriffen. Nun jedoch mit Hilfe eines am Atemschutzgerät angeschlossenen Luftdruckschlauchs und einer dünnen Lanze. Diese Methode hat bei Übungen bisher gute Erfolge verzeichnet und soll noch weiter verfeinert werden.Bei der Wasserrettung werden vier Überlebensanzüge eingesetzt. Diese ermöglichen das Aufhalten im Wasser und Retten von Menschenleben, selbst im Winter bei niedrigsten Wassertemperaturen.Das Büsumer Ortsgebiet weist aber auch einige größere Gebäude samt Hochhaus auf. So sind einige Feuerwehrleute zu Höhensicherern ausgebildet worden. Um effektiv arbeiten zu können, ist die vorhandene Ausrüstung der Büsumer Feuerwehr auch hier stets modernisiert worden.Am 8. Januar 1962 fasste der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Büsum den Beschluss, eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Im Jubiläumsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Büsum gehören der Jugendfeuerwehr insgesamt 18 Mitglieder an, darunter 3 Mädchen. Viele Mitglieder haben in der Vergangenheit den Weg aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr gefunden.


Ehrenvoller Festakt zum 125-jährigen Bestehen am 19.09.2009
Am Samstagnachmittag fand der Festakt zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Büsum im Veranstaltungssaal des KTS am Südstrand statt.Im Vorwege wurde am Ehrenmal auf dem neuen Büsumer Friedhof ein Kranz zur Ehrung der gefallenen und verstorbenen Kameraden niedergelegt. Mit einem Umzug durch das Ortszentrum, wurde anschließend zum Veranstaltungszentrum marschiert.Nach der Begrüßung durch den Gemeindewehrführer Andreas Genthe und Bürgermeister Maik Schwartau, hielt Pastor Jan Steffens eine ergreifende Festansprache vor den gut 140 Gästen im Saal. Abordnungen von Land, Kreis, Amt und Gemeindevertretung sowie umliegender Feuerwehren, überbrachten die besten Grüße und gratulierten der Wehr zu den ereignisreichen 125 Jahren ihres Bestehens.Dabei kam die besondere Einsatzlage und Herausforderung im Nordseeheilbad immer wieder zum Ausdruck, denn die Wehr ist technisch gesehen auf rund 5.000 Einwohner zugeschnitten, muss aber mit einer temporären Anzahl von oft über 20.000, sich im Ortsgebiet befindlichen Menschen, fertig werden.So rückt die Wehr im Schnitt, jeden dritten Tag zu einem Einsatz aus. Die Anzahl der aktiven Mitglieder liegt im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter dem Landesdurchschnitt. Dennoch ist die Einsatzbereitschaft und Qualität der Abarbeitung eines Ernstfalles nicht gefährdet, sondern vorbildlich. Dies wird in Büsum durch eine hervorragende Kameradschaft erreicht.Neben anderen Präsenten gab es vom Land Schleswig-Holstein als Ehrengabe, eine silberne Glocke und vom Kreisfeuerwehrverband eine besondere Auszeichnung mit dem silbernen Ehrenbeil auf einer hölzernen Schmuckplatte, überreicht vom Kreisbrandmeister Hans-Hermann Peters. Der Wunsch für ein Hubrettungsfahrzeug wurde auch zum 125-jährigen Jubiläum nicht wahr. Ein Problem, das sich in der zusehends wachsenden Gemeinde Büsum, mit einer immer dichter werdenden Bebauung, in Zukunft noch zu einer Lösung führen muss.Stimmungsvoll wurde das Fest begleitet vom Feuerwehr Musikzug Wöhrden während  des Umzugs durch Büsum und im Saal vom Musikzug der Nachbarwehr Westerdeichstrich.

(Bericht/Fotos: Jens Albrecht FF Büsum)



 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü